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Über Licht und Beleuchtung

Über Licht und Beleuchtung

Anhand von drei Beispielen werden Leuchtdichten in konkreter Anwendung zueinander ins Verhältnis gesetzt. Als Beispiele dienen ein Vorplatz vor einem historischen Veranstaltungsgebäude, eine Bahnhofshalle und ein Geschäft für exklusive Accessoires in einer Fußgängerzone. In der Beschreibung der Beleuchtung gehen wir von der kleinsten Leuchtdichte aus und definieren diese als „1“. Alle weiteren Werte werden danach berechnet, so dass die Verhältnismäßigkeit zwischen den Leuchtdichten veranschaulicht wird.


Übersicht     Vorplatz     Bahnhofsgebäude     Geschäft


 

Anhand der aufgeführten Beispiele werden mögliche Leuchtdichteverteilungen aufgezeigt. Vom dunkelsten zum hellsten Bereich gibt es teilweise extreme Abstufungen. Demnach wird das Licht als angenehm empfunden. Warum?

Vorplatz eines historischen Veranstaltungsgebäudes
Beim Veranstaltungsgebäude (Beispiel 1) stellt der Eingang den hellsten Punkt dar. Die Leuchtdichte steigert sich für den ankommenden Besucher allmählich dorthin. Die gesamte Situation ist mit einem Blick vollständig zu erfassen. Diese Faktoren vermitteln ein Sicherheitsgefühl. Die räumlichen Gegebenheiten sind überschaubar und durch Licht klar gegliedert. Über die Steigerung der Leuchtdichten wird der Weg hin zur Veranstaltung aufgezeigt. Besucher können sich leicht orientieren und fühlen sich gut aufgehoben.

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Bahnhofsgebäude
Im Bahnhof (Beispiel 2) sind weiche Übergänge zwischen den Leuchtdichten wichtig. Viele Reisende sind in Eile. Informationen über Zugverbindungen stehen im Vordergrund. Stark kontrastierte Lichtverhältnisse würden stören. Hier wird auf Spannungsbogen in der Beleuchtung weitestgehend verzichtet. Leichte Betonungen bestimmter Zonen durch Anhebung der Leuchtdichte werden beim Infoschalter und in den Geschäftspassagen eingesetzt. Insgesamt wirkt das Licht im Bahnhof gleichmäßig und vermittelt visuelle Ruhe. Das Auge hat kaum Adaptationsarbeit.

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Geschäft mit hochwertigen Accessoires in einer Fußgängerzone
Die Beleuchtung im exklusiven Geschäft (Beispiel 3) hingegen ist spannungsgeladen und akzentuiert. Starke Kontraste lenken die Aufmerksamkeit direkt auf die Warenpräsentation. Trotz dieser Unterschiede in der Lichtintensität empfinden Kunden das Licht als angenehm. Auch hier ist die gesamte Situation schnell zu begreifen.

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Innerhalb des menschlichen Gesichtsfelds tauchen sehr starke Hell-Dunkel-Kontraste auf. Scheinbar werden diese Kontraste zu einem Mittelwert addiert, denn sie führen nicht zu einer schnellen Ermüdung der Augen. Würden die Augen solch starken Kontrasten im Wechsel ausgesetzt, wäre ihre Adaptationsarbeit immens. Lässt sich also eine Beleuchtungssituation auf einen Blick erfassen, sind Sprünge in der Leuchtdichteverteilung sinnvoll einsetzbar. Hiermit kann ein Spannungsbogen mit Licht aufgebaut und Personen können geleitet und begleitet werden.

Ist ein Raum mit einer bestimmten Leuchtdichte gleichmäßig belegt und füllt dieser mit seiner Dimension das menschliche Gesichtsfeld vollständig aus, sollte der Übergang zu einem stärker oder schwächer beleuchteten Bereich nur allmählich erfolgen. So hat das Auge eine gute Möglichkeit, sich auf die geänderten Lichtverhältnisse einzustellen, ohne zu ermüden. Hier würden bei Sprüngen zwischen deutlich unterschiedlichen Leuchtdichten Blendung und rasche Ermüdung eintreten. Eine gute Lichtinszenierung trägt maßgeblich zu unserem Wohlbefinden bei und zieht oft Geschäftserfolge nach sich. Letztendlich sollte der Lichtgestalter vor Ort entscheiden, welches Licht in der jeweiligen Situation sinnvoll ist.


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